Asperg (dpa) – Nach den tödlichen Schüssen in Asperg nördlich von Stuttgart ist ein festgenommener Verdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den 20-Jährigen wegen Totschlags und versuchten Totschlags, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Ostersonntag mitteilten. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte den Serben demnach am frühen Samstagabend festgenommen. Seine Wohnung wurde durchsucht, wie es hieß. Bei dem polizeibekannten Mann wurden Beweismittel sichergestellt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Ob die Tatwaffe dabei war, ließ er offen.

Der 20-Jährige steht im Verdacht, in der Nacht zum Samstag einen 18-Jährigen inmitten der beschaulichen Kleinstadt Asperg im Kreis Ludwigsburg erschossen und einen Gleichaltrigen durch Schüsse schwer verletzt zu haben. Details zum Hergang der Tat waren auch am Sonntag von den Behörden nicht zu erfahren. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft verwies auf ermittlungstaktische Gründe. So blieb auch offen, ob sich Verdächtiger und die Opfer kannten und ob es vorher möglicherweise einen Konflikt zwischen den jungen Männern gab. Auch was zur Festnahme des 20-Jährigen führte, dazu schwiegen die Ermittler.

Eine Sonderkommission versucht weiterhin, die Hintergründe des Falls zu klären. Die 40 Beamtinnen und Beamten der Soko «Goethe» wurden durch das Landeskriminalamt unterstützt.

Keine Verbindung zu anderen Fällen

Asperg liegt rund 20 Kilometer von Stuttgart entfernt. In den vergangenen Wochen hat es rund um die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg immer wieder Vorfälle mit Schüssen auf Menschen gegeben. Die Ermittler prüften nach eigenen Angaben zunächst einen Zusammenhang zwischen der Tat in Asperg und anderen Schüssen in der Region. Eine Verbindung der Fälle gilt aber als ausgeschlossen.

Nach Angaben von Aspergs Bürgermeister Christian Eiberger (parteilos) vom Samstag steht die Bevölkerung der Stadt unter Schock. «Das ist eine neue Dimension von Gewalt, die ich mir nicht hätte vorstellen können», sagte Eiberger. Der Tatort befinde sich mitten im Ort.

Der Tatort, ein Schotterparkplatz, sei nicht als typischer Treffpunkt für junge Leute bekannt gewesen, sagte Eiberger. Er sei in der Nacht von der Feuerwehr alarmiert worden und habe sich in den frühen Morgenstunden ein Bild von der Lage gemacht.

Advertisement