Reaper-Drohne"Reaper FR à Niamey" by Mutako12 is licensed under CC BY-SA 4.0.

(Washington/Berlin) Die Beziehungen zwischen den USA und Russland geraten erneut ins Spannungsfeld: Nach dem Absturz einer MQ-9-Drohne über dem Schwarzen Meer gibt Washington Moskau die Schuld, meldet tagesschau.de. Der Vorfall ereignete sich, als die Drohne nahe an der russischen Grenze entlangflog. Russland weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer „Provokation“. Beide Seiten betonen jedoch, dass sie keine Konfrontation wollen.

Die US-Angaben zu dem Vorfall unterscheiden sich jedoch von der russischen Darstellung. Moskau betont, dass die Drohne nicht von den russischen Jets angegriffen wurde, sondern nach einem eigenen scharfen Manöver ins Meer stürzte. In Washington betonte Pentagon-Sprecher Pat Ryder jedoch, dass ein russischer SU-27-Jet den Propeller der Drohne berührt habe, was dazu führte, dass die US-Streitkräfte die Drohne über internationalen Gewässern zum Absturz bringen mussten.

Die MQ-9-Drohnen sind bekannt für ihre Fähigkeit zur Aufklärung und können auch mit Raketen bestückt werden. Der frühere Oberkommandierende der NATO-Streitkräfte in Europa, Wesley Clark, vermutet, dass die USA versuchen werden, die abgestürzte Drohne aus dem Schwarzen Meer zu bergen, bevor dies die russische Seite tut. Clark betonte auch, dass die Drohnen voller sensibler Aufklärungstechnik sind und dass die USA sie nicht den Ukrainern zur Verfügung gestellt haben.

Die US-Regierung hat den russischen Botschafter Anatoli Antonow ins US-Außenministerium einbestellt. Antonow warf den USA vor, Geheimdienstinformationen für die Ukraine zu sammeln, damit diese russische Streitkräfte und russisches Territorium angreifen könne. Er nannte den Drohnen-Vorfall eine „Provokation“ und forderte die USA auf, ihre Einsätze in der Nähe der russischen Grenze einzustellen. Die USA wiesen diese Vorwürfe zurück und betonten das Recht auf Aufklärungsflüge über internationalen Gewässern.

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