Kremlchef Wladimir Putin besuchte am Wochenende das besetzte ukrainische Donbassgebiet, um sich mit den Bewohnern der schwer zerstörten Stadt Mariupol zu treffen. Doch ein kritischer Zwischenruf störte die geplante Propagandawirkung, wie das Nachrichtenportal n-tv.de meldet.. Auf einem vom Kreml verbreiteten Video ist eine Frauenstimme zu hören, die „Das ist alles Lüge, das ist für die Show“ ruft.

Das Video zeigt angeblich ein „spontanes“ Treffen Putins mit den Bewohnern des wiedererrichteten Mariupoler Wohnviertels Newski. Die vor Putin versammelten Bürger dankten dem Kremlchef für den Wiederaufbau. Doch nach dem Zwischenruf ist zu sehen, wie sich Leute aus der Umgebung umdrehen und Handzeichen geben.

Die ukrainische Hafenstadt Mariupol wurde im Zuge des russischen Angriffskriegs zu 90 Prozent zerstört. Die Regierung der Ukraine verurteilte Putins Besuch scharf und bezeichnete ihn als „Zynismus und mangelnde Reue“. Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte zudem, Putin habe die Stadt im Schutz der Dunkelheit besucht, „so wie es sich für einen Dieb gehört“.

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