Der Chef der russischen Söldner-Truppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat gedroht, seine Kämpfer aus der schwer umkämpften ukrainischen Stadt Bachmut abzuziehen. Der Grund dafür sind Klagen über fehlende Munition. In einem auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Video erklärte Prigoschin, dass seine Kämpfer ohne ausreichende Munition keine unnötig hohen Verluste tragen werden. Daher plane er den Abzug aus Bachmut in der kommenden Woche.

Bachmut, um das die Russen seit Monaten in äußerst verlustreichen Gefechten kämpfen, sei von 45 Quadratkilometern bereits alles bis auf 2,5 Quadratkilometer erobert, behauptete Prigoschin. Er betonte, dass ohne ausreichende Versorgung mit Munition nicht nur seine Kämpfer, sondern auch das russische Volk um den Sieg gebracht werden würde. Zugleich schrieb er, dass seine Truppe erneut zur Verteidigung kommen werde, wenn Russland in Gefahr sei.

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte auf die Ankündigung von Prigoschin mit Zurückhaltung und erklärte, dass er dazu keine Stellungnahme abgeben könne, da es sich um militärische Angelegenheiten handelt.

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Vor seiner Abzugs-Drohung hatte Prigoschin sich in einem weiteren Video mit wüsten Beleidigungen an Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Generalstabschef Waleri Gerassimow gewandt und eine bessere Versorgung seiner Männer gefordert. Er klagte darüber, dass es an ausreichender Munition mangelt.

Die Stadt Bachmut ist seit Oktober heftig umkämpft. Unter hohen Verlusten haben die Wagner-Kämpfer die Ukrainer zuletzt immer weiter zurückgedrängt, Bachmut aber nicht vollständig erobern können. Ein Rückzug aus der inzwischen völlig zerstörten Stadt im ostukrainischen Gebiet Donezk wäre für Moskau zwar aus militärstrategischer Sicht keine allzu bedeutende Niederlage, aus symbolischer aber wohl umso mehr.

(Mit Material von dpa / Foto: AP/dpa)

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