Der russische Regierungskritiker und ehemalige Schachweltmeister Garri Kasparow hat Zweifel an der verbreiteten Theorie geäußert, dass der jüngste Drohnen-Vorfall auf dem Kreml-Gelände in Moskau eine Inszenierung des KGB gewesen sein könnte. Kasparow betonte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Gmund am Tegernsee, dass er es für unwahrscheinlich halte, dass der KGB solche Fake-Events inszenieren würde, um die Wut der Bevölkerung zu schüren.

Stattdessen glaubt Kasparow, dass die Drohnen-Nachricht eine Botschaft aus der Ukraine an Russland sein könnte. Russland behauptet, dass zwei Drohnen in der Nacht zum Mittwoch auf das Kreml-Gelände geflogen und abgeschossen wurden. Moskau beschuldigt Kiew, einen Anschlag auf Kremlchef Wladimir Putin geplant zu haben und droht mit Vergeltungsmaßnahmen.

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Kasparow warnt vor Konsequenzen bei einem Ende des Ukraine-Krieges

Kasparow warnt vor den möglichen Konsequenzen für Russland, wenn der Krieg in der Ukraine zu einem Ende kommen würde und Putin eine Niederlage erleiden würde. Er betont, dass die russische Geschichte gezeigt hat, dass Niederlagen in Kriegen oft zu Revolten und Revolutionen führen. Kasparow sieht Russland in einem „schrecklichen Zustand: „Ich glaube, es wird dann eine Explosion geben. Die Frage ist: Was wird das Ergebnis dieser Explosion sein? Und dieses wird sehr von unserer Bereitschaft abhängen, im Fall der Fälle einen Plan zu haben und ob wir Russland eine Möglichkeit zeigen können, sich zu erholen. Es geht darum, eine Chance anzubieten“, sagte Kasparow.

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Kasparow gilt als einer der führenden russischen Oppositionellen und hat sich seit dem Ende seiner Schachkarriere einen Namen als scharfer Kritiker des Kremls gemacht. Er sieht es als seine Aufgabe an, eine Rolle bei der Wiederbelebung Russlands zu spielen und betont, dass der Kampf zwischen Freiheit und Tyrannei weitergeht.

Foto: Sven Hoppe/dpa

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