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Eine inzwischen inhaftierte Tatverdächtige wurde nach dem Mordanschlag auf den russischen Militärblogger Wladlen Tatarski in St. Petersburg wegen Terrorismus angeklagt, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Der 26-jährigen Daria Trepova werde vorgeworfen, auf Befehl aus der Ukraine eine mit Sprengstoff gefüllte Büste in einem Petersburger Café übergeben zu haben. Bei einer Verurteilung wegen Terrorismus droht der Tatverdächtigen lebenslange Haft.

Allerdings bleiben viele Fragen rund um die Explosion in dem Café und den Tod des Militärbloggers Tatarski noch unbeantwortet. Militärexperte Gerald Karner ist sich jedoch sicher, dass hinter dem Anschlag ein Geheimdienst steckt, wie er dem österreichischen Sender Puls24 sagte. Unklar sei aber, ob es sich um den ukrainischen oder russischen Geheimdienst handelt. Tatarski hatte in der Vergangenheit Kritik an den militärischen Aspekten des russischen Angriffs geübt und die Militärführung als „unausgebildete Idioten“ beschimpft. Karner vermutet daher, dass es sich um eine Aktion von russischer Seite handeln könnte.

Der Experte geht davon aus, dass Tatarski zu gefährlich geworden sei und dass man mit dem Mordanschlag eine Warnung an die restlichen Blogger senden wollte, die die russische Kriegsführung kritisieren. Es sei möglich, „dass man ihnen eine massive Warnung senden wollte, indem man den lautesten ausgeschaltet hat“, so Karner.

Experten sehen in dem Mordanschlag auch einen internen Konflikt in Russland. Das US-amerikanische „Institute for the Study of War“ und die russische Opposition haben die These aufgestellt, dass der russische Geheimdienst FSB hinter dem Mordanschlag stehen könnte, da es viel Streit innerhalb des Putin-Regimes gibt. Der Kreml beschuldigt hingegen Kiew und die russische Opposition um den inhaftierten Regimegegner Alexei Nawalny.

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